Zum Inhalt springen

Küche aufräumen: Ausmisten und organisieren für mehr Ordnung

Die Küche ist der Raum, in dem am meisten passiert. Hier wird gekocht, gegessen und Kaffee getrunken. Hier landen der Einkauf, die Post, der Schlüssel und der Elternbrief aus der Schule. Kein Wunder, dass die Küche schnell mal chaotisch voll ist.

Eine Küche muss jeden Tag funktionieren, auch an den Tagen, an denen du keine Kraft für sie übrig hast. Genau deshalb lohnt es sich, hier aufzuräumen: Jeder Handgriff, der leichter wird, spart dir ab sofort jeden Tag Zeit und Nerven.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du deine Küche ausmistest, was erfahrungsgemäß wegkann und wie du danach ein System findest, das im Alltag hält.

1. Küche ausmisten: Was kann weg?

Stell dir drei Kisten oder Taschen bereit: Behalten, Weggeben, Entsorgen. Dann räumst du einen Schrank oder eine Schublade komplett leer und nimmst jedes Teil einmal in die Hand. Nur reinschauen reicht nicht. Erst wenn alles draußen liegt, siehst du, wie viel es wirklich ist.

Bei meinen Kundinnen finde ich in der Küche immer wieder dieselben Kandidaten.

Doppelt und dreifach

Drei Schneebesen, vier Pfannenwender, zwei Knoblauchpressen, mehrere Dosenöffner: Doppelte Sachen finde ich in fast jeder Küche. Meistens ist das niemandem bewusst, weil die Teile über verschiedene Schubladen verteilt liegen.

Leg alles Gleiche nebeneinander und frag dich: Welchen davon nimmst du wirklich? Genau der bleibt. Ein zweites Exemplar darf bleiben, wenn du es regelmäßig gleichzeitig brauchst, zum Beispiel mehrere Schneidebretter für Gemüse und Fleisch. Der Rest kann gehen.

Dosen ohne Deckel, Deckel ohne Dosen

Die Dosenschublade ist die Sockenschublade der Küche. Irgendwo ist immer ein Teil allein.

Bei meinen Kundinnen sind es fast immer zu viele Dosen. Viele haben keinen Deckel mehr, andere schließen nicht richtig oder sind so billig, dass sie nach dem dritten Spülmaschinengang verzogen sind. Das Ergebnis: Die Schublade ist voll, aber benutzt wird kaum etwas daraus.

So gehst du vor:

Hol alle Dosen und Deckel raus, wirklich alle.

Such für jede Dose den passenden Deckel.

Was keinen Partner findet, geht.

Was nicht dicht ist, verfärbt ist oder komisch riecht, geht auch.

Überleg, wie viele Dosen du tatsächlich gleichzeitig benutzt, und behalte etwa so viele, plus ein paar Reserve.

Geräte, die nie (mehr) laufen

Der Brotbackautomat, der vor Jahren mal ein Projekt war. Der Sandwichmaker, der nach zweimal Benutzen in den Schrank gewandert ist. Das Waffeleisen, das nicht mehr richtig heiß wird und deshalb keine Waffeln mehr macht.

Küchengeräte nehmen viel Platz weg, und zwar oft genau dort, wo du Platz für Dinge bräuchtest, die du täglich benutzt. Frag dich ehrlich:

Wann habe ich das Gerät zuletzt benutzt?

Funktioniert es noch richtig?

Werde ich es wirklich reparieren lassen, oder sage ich mir das seit zwei Jahren?

Was kaputt ist und nicht repariert wird, darf gehen. Was du selten, aber gerne benutzt, darf natürlich bleiben, zum Beispiel das Raclette für Silvester. Es muss dann aber nicht in Griffhöhe stehen (mehr dazu weiter unten).

Geschenkt bekommen, nie benutzt

Der Eierschneider, den du mal geschenkt bekommen hast, obwohl du nie Eier in Scheiben schneidest. Die Tasse vom Kollegen, die Tasse mit dem Spruch, die Tasse vom Firmenjubiläum. Tassen sind übrigens der Klassiker: Sie werden so gern verschenkt, dass sich in vielen Küchen ein ganzer Schrank davon ansammelt.

Bei Geschenken meldet sich schnell das schlechte Gewissen. Dabei hat ein Geschenk seinen Zweck in dem Moment erfüllt, in dem es dir jemand mit einem guten Gedanken überreicht hat. Du musst es nicht für immer aufbewahren, um diesen Gedanken zu würdigen.

Mein Tipp für die Tassen: Stell alle auf den Tisch und such deine Lieblinge raus, also die, die du wirklich benutzt. Zähl dann, wie viele Tassen in deinem Haushalt an einem normalen Tag (und wenn Besuch kommt) gebraucht werden. Was darüber hinausgeht, ist Reserve, und die muss nicht unbegrenzt groß sein.

Geschirr mit Geschichte

Ein besonderer Fall ist Geschirr, an dem Erinnerungen hängen: das Sonntagsservice der Oma, die Gläser aus dem Elternhaus. Hier geht es nicht nur um Platz.

Es ist völlig in Ordnung, so etwas zu behalten. Ein Mittelweg kann sein, nur einen Teil aufzuheben, zum Beispiel ein Gedeck oder die eine Schüssel, die immer auf dem Tisch stand. Und wenn du das Service behältst, dann benutz es ruhig auch einmal. In der hintersten Ecke im Schrank bringt es dir keine Erinnerung zurück.

Wenn dir das Loslassen hier schwerfällt, ist das kein Zeichen von Schwäche. Mehr dazu, was beim Loslassen in uns passiert, liest du in meinem Artikel Ausmisten für die Seele.

Vorräte und Gewürze

Im Vorratsschrank lohnt sich ein Blick auf die Haltbarkeit. Aber denk dran: Mindesthaltbarkeitsdatum heißt nicht „ab morgen tödlich“. Viele Lebensmittel sind noch lange danach gut. Im Zweifel helfen Augen, Nase und Zunge.

Statt alles Abgelaufene sofort wegzuwerfen, kannst du die Vorräte auch einfach aufbrauchen. Wie das geht, zeige ich dir beim Inventur-Kochen.

Bei Gewürzen ist das Thema eher der Geschmack: Gemahlene Gewürze verlieren mit der Zeit an Aroma. Wenn dein Paprikapulver nur noch nach Staub riecht, darf es gehen.

Die Kramschublade und die Kühlschranktür

Fast jede Küche hat eine Kramschublade, mit Gummibändern, Batterien, Kerzenstummeln, Schlüsseln, von denen niemand weiß, wozu sie gehören, und Kugelschreibern, die nicht schreiben. Die darf es auch geben. Aber nur eine, und sie sollte einmal im Jahr ausgemistet werden.

Gleiches gilt für die Kühlschranktür: Alte Termine, abgelaufene Gutscheine und Pizzaflyer von 2022 dürfen runter.

Newsletter

Inspiration und Impulse direkt in dein Postfach: Mit meinen Newsletter bekommst du in jeder Ausgabe einen Ordnungstipp: knackig, alltagstauglich und sofort umsetzbar. Einfacher geht dein Einstieg in die Ordnung nicht!

2. Küchenschrank aufräumen: Ein System, das im Alltag hält

Räum nach Wegen ein, nicht nach Optik.

Überleg, wo du was benutzt, und räum es genau dort ein. So entstehen in deiner Küche Zonen:

Kochzone: Töpfe, Pfannen, Kochlöffel, Öl und Gewürze in der Nähe vom Herd.

Spülzone: Teller, Gläser und Besteck möglichst nah an der Spülmaschine. Dann geht das Ausräumen schneller.

Vorratszone: Lebensmittel an einem Ort, nicht verteilt auf drei Schränke.

Frühstücks- oder Kaffeezone: Tassen, Kaffee, Tee, Müsli, alles beisammen.

Wichtig ist nicht, wie es in einer Musterküche aussieht. Wichtig ist, dass es für dich und deine Abläufe Sinn ergibt.

Was du täglich brauchst, gehört in Griffhöhe

Die besten Plätze in der Küche sind die zwischen Hüfte und Augenhöhe. Dort steht, was du jeden Tag benutzt. Was nur ein paarmal im Jahr zum Einsatz kommt, wie das Raclette, die Plätzchenausstecher oder die große Auflaufform, darf nach oben, nach hinten oder ganz nach unten.

Tipp: Was zusammen benutzt wird, wohnt zusammen. Backzubehör wie Ausstecher, Spritzbeutel und Backpapier kommt zum Beispiel in eine gemeinsame Kiste. Dann holst du beim Backen eine Kiste raus statt fünf Schubladen auf.

Die Arbeitsfläche ist keine Ablage

Auf die Arbeitsfläche gehört, was du täglich benutzt, zum Beispiel die Kaffeemaschine oder das Schneidebrett. Alles andere nimmt dir Platz zum Kochen weg und zieht noch mehr Kram an. Ein Stapel Post wird nämlich nie kleiner, sondern immer nur größer.

Wenn bei dir Post, Taschen und Einkäufe immer in der Küche landen, gib ihnen einen festen Platz. Das kann ein Korb sein oder eine Ablage im Flur. Hauptsache, sie haben ein Zuhause, das nicht die Arbeitsfläche ist. Wie du den Papierkram dauerhaft in den Griff bekommst, liest du in meinem Artikel zu Ablage und Büroorganisation.

3. Wohin mit dem aussortierten Küchenkram?

Jetzt stehen da ein paar Kisten. Damit die nicht monatelang im Flur stehen bleiben, hier das Wichtigste dazu.

Verschenken und Verkaufen

Gut erhaltene Sachen kannst du über Kleinanzeigen oder Nachbarschaftsgruppen verschenken oder verkaufen. Vielleicht zieht auch jemand in deiner Familie gerade in die erste eigene Wohnung und freut sich über Töpfe und Geschirr.

Sei beim Verkaufen ehrlich zu dir: Es kostet Zeit. Für einen hochwertigen Topf oder eine gute Küchenmaschine lohnt sich das. Für drei einzelne Tassen meistens nicht.

Spenden

Sozialkaufhäuser und Second-Hand-Läden nehmen oft Geschirr und Küchenutensilien an, aber nicht alles. Angeschlagenes Geschirr, unvollständige Sets oder Dosen ohne Deckel will dort auch niemand haben. Spende nur, was du selbst noch benutzen würdest, und ruf im Zweifel vorher an.

Elektrogeräte

Elektrogeräte gehören nicht in den Restmüll, auch nicht, wenn sie kaputt sind. Du kannst sie beim Wertstoffhof abgeben. Kleine Geräte mit höchstens 25 cm Kantenlänge, zum Beispiel einen Toaster oder einen Mixer, kannst du außerdem kostenlos und ohne etwas Neues zu kaufen in größeren Supermärkten, Discountern und Drogerien zurückgeben. Das gilt für Läden ab 800 m² Verkaufsfläche, die regelmäßig Elektrogeräte verkaufen. Auch der Elektrofachhandel nimmt kleine Altgeräte zurück.

Plastikdosen, Porzellan und Gläser

  • Plastikdosen sind keine Verpackung und gehören deshalb normalerweise nicht in den Gelben Sack, sondern in den Restmüll. In manchen Städten, zum Beispiel in Köln, gibt es eine Wertstofftonne, in die sie dürfen. Schau im Zweifel bei deinem Abfallbetrieb nach.
  • Porzellan, Keramik und Trinkgläser gehören in den Restmüll und nicht in den Altglascontainer. Sie lassen sich nicht zusammen mit Flaschen und Gläsern recyceln.

4. Damit die Küche ordentlich bleibt

Die gute Nachricht: Eine ausgemistete Küche ist viel leichter in Ordnung zu halten. Ein paar kleine Gewohnheiten helfen dabei:

  • Der Abend-Reset: Fünf Minuten vor dem Schlafengehen die Arbeitsfläche freiräumen und die Spülmaschine anstellen. Alternativ: Morgens vor dem Frühstück die Küche kurz aufräumen.
  • Eins rein, eins raus: Kommt eine neue Tasse oder Dose dazu, geht eine alte. Das klingt streng, verhindert aber, dass sich die Schränke wieder füllen.
  • Beim Einkaufen anfangen: Der einfachste Weg zu weniger Kram ist, ihn gar nicht erst mitzunehmen. Ich sage nur: Sandwichmaker im Angebot. Mehr dazu in meinem Artikel Ordnung fängt beim Einkaufen an.
  • Einmal im Jahr kurz durchgehen: Zum Beispiel vor der Weihnachtsbäckerei. Dann findest du die Ausstecher auch sofort.

Mein Angebot

Deine Küche ist voll und du weißt nicht, wo du anfangen sollst?

Manchmal ist es einfach zu viel auf einmal, vor allem, wenn nicht nur die Küche voll ist. Dann ist der Artikel Chaos in der Wohnung – wo fange ich bloß an? ein guter nächster Schritt. Oder wir räumen gemeinsam auf: im Ordnungscoaching bei dir zu Hause im Raum Köln oder online.

Hier erreichst du mich:

WEITERLESEN

Buchrücken

Bücher aussortieren: Warum es so schwer fällt – und wie du es trotzdem schaffst

Das Bücherregal platzt aus allen Nähten, obwohl du das meiste davon nie wieder lesen wirst und den P…

Sale Schild im Schaufenster

Warum Black Friday und Cyber Monday dir nicht bei der Ordnung helfen

Überall blinken Rabatte von 50 % und mehr, natürlich gilt das “nur heute” oder ist die “letzte Chanc…

Aufschieben beim Aufräumen: Warum dein Kopf einfach nicht will (und wie du ihn trotzdem dazu bekommst)

Aufschieben beim Aufräumen: Warum dein Kopf einfach nicht will (und wie du ihn trotzdem dazu bekommst)

Die Wäsche wartet, der Abwasch stapelt sich und die Rechnungen für die Krankenkasse müssen auch noch…

Über die Autorin

Janina Soufi Siavash

Janina Soufi Siavash ist zertifizierte Ordnungscoachin (CFPO) und hilft Menschen dabei, in ihrem Zuhause eine Grundordnung zu schaffen. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern darum, durch Ordnung Entlastung im Alltag zu finden und sich in den eigenen vier Wänden wohl zu fühlen.