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Warum die Ordnung kippt, wenn es dir nicht gut geht

Du warst mal die, die alles im Griff hatte. Der Wäscheberg wurde weggeräumt, bevor er zum Berg wurde, die Post lag nie länger als zwei Tage auf dem Tisch. Und jetzt? Jetzt stapelt sich alles, du weißt selbst nicht mehr genau, seit wann – und mit jedem Tag, an dem du nichts dagegen tust, wird es größer und du fühlst dich schlechter dabei.

Du bist nicht allein damit.

Wenn du das gerade liest: Du bist damit nicht allein, und es hat mit ziemlicher Sicherheit nichts mit Faulheit zu tun. Ich sag das nicht einfach so dahin – ich sehe das in meiner Arbeit als Ordnungscoachin immer wieder. Fast jede Kundin, die zu mir kommt, hat eine Phase hinter sich (oder steckt gerade mittendrin), in der es woanders im Leben so voll wurde, dass für das eigene Zuhause einfach keine Kraft mehr übrig war.

Ordnung ist meistens das Erste, was kippt – nicht, weil sie unwichtig ist

Wenn im Leben zu viel gleichzeitig passiert, räumt der Kopf automatisch auf: Was muss jetzt sofort erledigt werden, was kann warten? Das Zuhause landet dabei fast immer auf der Warteliste. Sie schreit ja nicht – im Gegensatz zum kranken Elternteil, dem Job, der brennt oder dem Kind, das gerade eine schwierige Phase hat. Das Chaos zuhause wartet einfach. Bis es eines Tages so groß ist, dass es selbst zur Belastung wird.

Das ist übrigens auch ein bekannter Mechanismus: Erschöpfung und Antriebslosigkeit gehören zu den zentralen Symptomen, wenn jemand über längere Zeit überlastet ist, sei es durch Burnout, Depression oder einfach zu viel auf einmal. Alltägliche Aufgaben – auch Haushalt und Aufräumen – werden dann nicht mehr richtig wahrgenommen oder als große Last empfunden, obwohl sie früher nebenbei liefen. Es fehlt schlicht die Energie, die es dafür braucht.

Bei Trauer kommt noch etwas anderes dazu: Wer einen Verlust verarbeitet, hat häufig mit Entscheidungsschwierigkeiten zu kämpfen. Und Aufräumen ist im Grunde nichts anderes als eine lange Kette kleiner Entscheidungen – behalten, wegtun, aufheben für später. Kein Wunder, dass genau das nach einem Trauerfall besonders schwerfällt.

Situationen, die ich in meiner Arbeit am häufigsten sehe

Ein paar Auslöser tauchen bei meinen Kundinnen immer wieder auf. Vielleicht erkennst du dich in einem davon wieder:

Die Pflege der Eltern. Das ist einer der größten Kipppunkte, den ich sehe – und er trifft meistens völlig unvorbereitet. Man hat selbst schon genug im Kopf: Job, eigene Familie, der ganz normale Alltagswahnsinn. Und dann kommt praktisch aus dem Nichts eine riesige neue Aufgabe dazu. Man kümmert sich um die Eltern, organisiert Arzttermine, Pflege, vielleicht später sogar die Auflösung des Elternhauses – und um sich selbst und die eigene Wohnung bleibt einfach keine Kapazität mehr übrig.

Trennungen. Die bahnen sich oft über Jahre an, still und leise – und überrumpeln einen am Ende doch, wenn es dann wirklich so weit ist. Dazu kommt meistens noch eine komplett veränderte Wohnsituation: neuer Haushalt, weniger Platz, alte Möbel, die nicht mehr passen, Dinge, die an die Beziehung erinnern. Das ist überfordernd, auch wenn die Trennung selbst schon „erwartet“ war.

Trauerfälle. Der Verlust eines Menschen bringt nicht nur Trauer mit sich, sondern oft auch ganz praktisch: eine Wohnung, die aufgelöst werden muss, Dinge, die plötzlich im eigenen Zuhause landen und niemand weiß, wohin damit.

Kindererziehung. Manchmal ist es kein einzelnes großes Ereignis, sondern einfach die Dauerbelastung: Kinder groß zu ziehen kostet enorm viel Kraft und Aufmerksamkeit – Kraft, die dann für die Wohnung fehlt.

Zu viele Baustellen gleichzeitig. Und ganz häufig ist es auch keine einzelne Krise, sondern die Summe: beruflich viel los, privat viel los, und irgendwann reicht die Kraft für nichts mehr richtig.

Du musst dich dafür nicht schämen

Was du gerade erlebst, ist keine Ausnahme. Es geht sehr vielen so – nur redet kaum jemand darüber, weil Scham genau das verhindert. Eine unaufgeräumte Wohnung ist kein Beweis dafür, dass mit dir etwas nicht stimmt. Sie ist meistens nur der sichtbarste Beweis dafür, dass gerade zu viel war.

Falls du merkst, dass die Belastung, die hinter deinem Chaos steckt, größer ist, als du allein bewältigen kannst – dauerhafte Erschöpfung, eine Depression, eine Trauer, die dich nicht loslässt – dann ist der erste sinnvolle Schritt professionelle Unterstützung, zum Beispiel bei deiner Hausärztin oder einer Therapeutin. Das ist kein Umweg, sondern oft die Grundlage, auf der überhaupt wieder Kraft für alles andere wachsen kann.

Und dann?

Die gute Nachricht: Du musst nicht warten, bis alles andere im Leben wieder perfekt läuft, um mit der Wohnung anzufangen. Es geht nicht darum, sofort wieder die makellose Ordnung von früher herzustellen. Es geht darum, wieder einen kleinen, machbaren Anfang zu finden – ohne Druck, ohne Perfektionsanspruch. Genau da setze ich mit meinen Kundinnen im Ordnungscoaching an.

Mein Angebot

Hand in Hand den Anfang machen

Du erkennst dich in einer dieser Situationen wieder und weißt nicht, wo du anfangen sollst? Im 1:1 Ordnungscoaching – vor Ort im Raum Köln oder online – finden wir gemeinsam eine Ordnung, die zu deinem Alltag passt. Ohne Bewertung, ohne Druck, in deinem Tempo.

Schreib mir einfach eine Nachricht.

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Über die Autorin

Janina Soufi Siavash

Janina Soufi Siavash ist zertifizierte Ordnungscoachin (CFPO) und hilft Menschen dabei, in ihrem Zuhause eine Grundordnung zu schaffen. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern darum, durch Ordnung Entlastung im Alltag zu finden und sich in den eigenen vier Wänden wohl zu fühlen.