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Ausmisten
Die Grundlage, um Ordnung zu schaffen und zu halten, ist das Aussortieren von Dingen, die nicht mehr zu deinem Leben gehören.
Wenn es doch so einfach wäre…
Wenn dir das Ausmisten schwerfällt, bist du nicht allein. Das geht den meisten Menschen so. Unser Besitz ist schließlich häufig mit Emotionen verknüpft und gibt uns gleichzeitig Sicherheit – schließlich können wir dieses und jenes irgendwann nochmal gebrauchen. Außerdem kann man Geschenke doch nicht weggeben und erst recht nicht Dinge, die mal viel Geld gekostet haben. Außerdem: Wo soll ich anfangen? Irgendwie hat sich über die Jahre hier einiges angesammelt…
Erfahre hier, wie du trotz dieser (mentalen) Herausforderungen das Ausmisten meistern kannst.

Ausmisten – was bedeutet das eigentlich?
Ausmisten bedeutet, sich von unnötigen oder ungenutzten Gegenständen zu trennen, um Platz und Ordnung zu schaffen. Es geht darum, Dinge zu sortieren, zu organisieren und loszulassen, die keinen Nutzen mehr haben oder keinen emotionalen Wert mehr bieten.
Das Ziel ist es, eine aufgeräumten Wohnraum zu schaffen, um das eigene Wohlbefinden und die Lebensqualität zu verbessern. Denn eine aufgeräumte Wohnung mit Ordnungssystem sorgt für innere Ruhe, lässt dich Sachen weniger lange suchen und ist natürlich schön anzusehen.
Wohnung ausmisten
Mal hier was, mal dort was aussortieren. Kann das klappen? Meiner Erfahrung nach leider nicht. Denn wer immer nur ein bisschen aussortiert, kratzt nur an der Oberfläche und wird nie fertig. Was du brauchst, ist ein Plan zum Ausmisten.
Ausmisten mit System
Hast du schon mal von Marie Kondo gehört? Sie ist eine Aufräumexpertin aus Japan und hat seit einigen Jahren sogar ihre eigene Netflixshow. Ihre Methode, die KonMari-Methode, ist eine tolle Vorgehensweise, um systematisch den eigenen Besitz durchzugehen und loszulassen. Sie geht dabei in fünf verschiedenen Kategorien vor. Wie du mit Ihrer Art ausmistest, habe ich in einem eigenen Beitrag zur KonMari-Methode erklärt.
Aber natürlich ist das nicht die einzige Methode. Du kannst auch einfach Raum für Raum vorgehen oder denkst dir Kategorien selbst aus und mistest dann nur innerhalb einer Kategorie aus.
Für welche Vorgehensweise du dich entscheidest, ist ganz dir überlassen. Das Wichtige ist eigentlich nur, dass du überhaupt mit System an die Sache ran gehst.
Ich habe noch die Kontoauszüge meines Mannes von 2006, der schon zehn Jahre tot ist.
Ich weiß nicht, warum ich sie einfach nicht wegwerfe.
Gaby, 63 Jahre alt
Sich von Dingen trennen
Der Wille zum Ausmisten ist da, aber es fällt dir schwer, dich von Dingen zu trennen? Damit bist du nicht allein. Genau das ist der Grund, warum es den meisten von uns so schwer fällt, sich von Besitz zu trennen. Selbst, wenn die Sachen schon lange nicht gebraucht werden.
Hindernisse beim Ausmisten: Der eigene Kopf
Oft halten wir schon Gegenstände in der Hand, die wir nun endlich entsorgen wollen, aber plötzlich tauchen da Zweifel und Fragen im Kopf auf:
Kommt dir das bekannt vor? Oder hast du andere Ausreden, warum du dich nicht von Dingen trennen kannst?
Ich habe mir die Mühe gemacht, diesen Glaubenssätzen, die uns am ausmisten hindern, mal genauer nachzugehen und gute Argumente gefunden, warum du sie dennoch ausmisten kannst. Dazu bald mehr auf dem Blog.
Des Weiteren möchte ich dir hier ein paar Fragen mitgeben, die dir helfen können, eine Entscheidung zu treffen. Diese Entscheidungshilfen beim Ausmisten kannst du immer dann einsetzen, wenn du dir nicht sicher bist, ob etwas weg kann.

Entscheidungshilfen beim Ausmisten
Nimm den Gegenstand in die Hand und frage dich:
- Wenn das Ding jetzt kaputt gehen würde, würde ich es ersetzen?
- Wenn meine beste Freundin fragt, ob sie es haben kann, würde ich es ihr einfach schenken?
- Lässt mich der Anblick etwas Gutes fühlen, zum Beispiel Freude, eine schöne Erinnerung?
- Wenn ich es später doch wieder haben will, wie hoch wären Kosten und Aufwand, um etwas ähnliches zu beschaffen?
Ausmisten ist die Grundlage für Ordnung
Es gibt so viele tolle Ordnungshelfer, die nicht nur praktisch sind, sondern auch toll aussehen: Hochwertige Kisten, Drehteller, kleine Boxen, Ordner und mehr, die sich perfekt in deinen Wohnstil einfügen. Aber:
Das Vorhandensein von schönen Ordnungshelfern macht noch lange keine Ordnung.
Wozu viel Geld in Boxen und Schubladentrenner investieren, wenn diese dann überfüllt sind und auch die beste Falttechnik nichts mehr retten kann?
Die Grundlage für das Schaffen von Ordnung ist, sich von Überflüssigem zu trennen und sich damit zu beschäftigen, was einem wirklich wichtig ist.
Ein weiterer Vorteil: Wenn du dich mit den Dingen um dich herum beschäftigst, denkst du automatisch über deine Werte nach: Was brauche ich? Was ist mir wirklich wichtig? Und diese aktive Auseinandersetzung mit dem Besitz kann zu einem neuen, nachhaltigen Konsumbewusstsein führen. Das spart langfristig Geld, Ressourcen und Zeit. Im besten Fall hat es Auswirkungen auf den Wohlfühlfaktor in deinem Zuhause. Noch mehr tolle Gründe, die für Ordnung sprechen, kannst du im Beitrag “Äußere Ordnung, innere Ordnung” nachlesen.
Nach dem Ausmisten ist vor dem Ausmisten
Ist man mit dem Ausmisten jemals fertig? Nein. Denn egal, wie bewusst du konsumierst, es kommt immer mal wieder Neues in dein Zuhause. Der Besitz wächst oft ohne dass wir es richtig merken. Von daher ist es gut, immer mal wieder auszumisten. Sei es stetig, einfach im Haushaltsalltag oder an festen Terminen, wie zum Neujahr oder Frühjahrsputz.
Ich bin davon überzeugt, dass dir das unterjährige Ausmisten leicht von der Hand gehen wird, wenn du es geschafft hast, deinen Besitz einmal so richtig auszumisten und die Vorteile davon selbst sehr deutlich gesehen und gefühlt hast.
Tipps und Anregungen für dich, um Ordnung in deine Wohnung (und dein Leben) zu bringen
Auf meinem Ordnungsblog bekommst du kostenlos tolle Tipps zum Nachmachen, um dein Zuhause auf Vordermann zu bringen. Reinlesen lohnt sich!
Natürlich stehe ich dir auch im 1:1 Ordnungscoaching gerne mit meiner Expertise und meinem Tatendrang zur Verfügung.