Zum Inhalt springen

Bücher aussortieren: Warum es so schwer fällt – und wie du es trotzdem schaffst

Das Bücherregal platzt aus allen Nähten, obwohl du das meiste davon nie wieder lesen wirst und den Platz für anderes brauchst. Und trotzdem fällt es dir schwer, einige Bücher auszusortieren? Damit bist du nicht allein.

Und deshalb möchte ich dir heute Hilfestellung geben, deine Gründe selbst besser zu verstehen und Impulse liefern, die dich motivieren, Bücher ohne schlechtes Gewissen gehen zu lassen. 

Mehr als nur Papier: Die emotionale Dimension von Büchern

Ähnlich wie unsere Kleidung sind Bücher oft eng mit unserer (gewünschten) Identität verknüpft. Sie symbolisieren Bildung, Geschmack und persönliche Entwicklung. Manche Werke erinnern uns an bestimmte Lebensphasen oder Menschen, andere stehen für das Selbstbild, das wir von uns haben möchten: „Ich bin jemand, der Klassiker liest.“

Auch gesellschaftlich gelten Bücher als wertvoll. Eine volle Bibliothek wirkt kultiviert – sie wegzugeben, fühlt sich fast wie ein Tabubruch an. Besonders schwer wird es bei Geschenken oder Erbstücken, die zusätzlich emotionale Bedeutung tragen.

Und dann gibt es noch weitere psychologische Hürden

Das Aussortieren erfordert Entscheidungen – und die schieben wir gerne auf. Die Hoffnung, ein Buch „vielleicht irgendwann“ doch noch zu lesen, hält es im Regal. Gleichzeitig wirkt der Verlust oft schmerzhafter als der Gewinn an Platz und Klarheit.

Die Herausforderung

Bücher ausmisten ist kein rein praktischer Akt, sondern ein emotionaler. Wer sich davon lösen will, muss nicht nur Platz schaffen, sondern auch innerlich loslassen. Doch genau darin liegt die Chance: für mehr Klarheit, Fokus und Raum für Neues.

Bücherregal ausmisten: Die Methode

Wenn du bereit bist, dein Bücherregal auszumisten, brauchst du vor allem eins: einen klaren Plan. Diese einfache, aber effektive Methode hilft dir, Entscheidungen zu treffen – ohne Reue.

Schritt 1: Alles raus

Nimm alle Bücher aus dem Regal. Ja, wirklich alle. Wenn du nicht nur ein bestimmtes Regal sortieren willst, dann hol auch die Bücher aus anderen Zimmern, vom Nachttisch, aus Kisten oder vom Dachboden dazu. Nur so bekommst du einen echten Überblick.

Schritt 2: Jedes Buch in die Hand nehmen

Überfliege nicht nur die Buchrücken. Nimm jedes Buch einzeln in die Hand. Der physische Kontakt hilft dir, intuitiv zu spüren, was du wirklich mit diesem Buch verbindest – oder eben nicht.

Schritt 3: Drei Stapel bilden

Sortiere deine Bücher in drei Kategorien:
Klares Ja → Behalten
Klares Nein → Kommt weg
Vielleicht → Noch unentschieden

Schritt 4: Der Vielleicht-Stapel

Sobald du alle Bücher sortiert hast, widme dich nocheinmal dem Vielleicht-Stapel. Nun wirst du bei ein paar Exemplaren schon eine klare Entscheidung treffen können. Mit dem was übrig bleibt, machst du folgendes:

In eine Kiste packen und nach sechs Monaten erneut prüfen. Packe die Kiste aus deinem Blickfeld. Wenn du einen trockenen Keller, Dachboden etc. hast, bewahre sie dort auf und mache einen dicken Zettel drauf, z.B. “Bücher – angucken im April 2026”. So weißt du a) was drin ist und b) hast automatisch eine Erinnerung, was es Zeit wäre, die Bücher nochmal neu zu bewerten.

Oder: Zurück ins Regal stellen, aber: alle Vielleicht-Bücher zusammen – so erkennst du sie später leicht wieder. Auch hier gilt: Frage dich in sechs Monaten (oder einem Zeitraum deiner Wahl) erneut: Was möchte ich behalten, was darf gehen?

So gibst du dir selbst die Erlaubnis, loszulassen – in deinem Tempo.

Bücher ordnen: Welches System ist für dich passend?

Nach dem Ausmisten kommt der schönste Teil: das Bücherregal neu zu gestalten. Dabei gibt es kein richtig oder falsch. Mach es so, wie es für dich funktioniert.  

Ideen für das Ordnen von Büchern

Nach Genre oder Thema: Praktisch, wenn du oft nach bestimmten Inhalten suchst.

Nach Autor oder Reihe: Ideal für Fans von bestimmten Schriftsteller:innen oder Serien.

Nach Farbe: Optisch sehr ansprechend – aber wie du selbst sagst: unpraktisch, wenn man den Farbton nicht erinnert.

Nach Größe oder Format: Für ein harmonisches Gesamtbild, besonders bei offenen Regalen.

Nach Leseintensität: Viel gelesen vs. ungelesen – so hast du deine „To-Read“-Liste direkt im Blick.

Alphabetisch: Klassisch und funktional, besonders bei großen Sammlungen.

Chronologisch: Nach Erscheinungsjahr oder Lesedatum – spannend für Literaturfans.

Dein Regal, deine Regeln

Ob du dein Regal als Designobjekt, Inspirationsquelle oder praktisches Archiv nutzt – wichtig ist, dass du dich damit wohlfühlst. Vielleicht kombinierst du sogar mehrere Systeme: Genre im oberen Fach, Farben im unteren, Lieblingsbücher auf Augenhöhe.

Wohin mit aussortierten Büchern?

Jetzt heißt es die Bücher so schnell wie möglich loswerden. Denn, wenn du sie nur woanders hinschiebst, in eine Kiste im Keller zum Beispiel, hast du dein Problem nur verschoben, nicht aufgehoben.

Bücher verkaufen – aber richtig

Der Einzelverkauf über Online-Marktplätze wie kleinanzeigen.de lohnt sich meist nur bei hochpreisigen Fachbüchern oder Sammlerstücken, die innerhalb ihrer Nische eine Nachfrage haben. Alle anderen finde hier selten Absatz.

Die bessere Alternative: Ankauf über Plattformen

Für den Rest bieten sich Apps wie Momox oder Rebuy an. In beiden Fällen kannst du bequem und schnell mit dem Smartphone den EAN-Code auf der Buchrückseite scannen und bekommst sofort einen Ankaufspreis angezeigt. 

Ich habe das selbst gerade gemacht: 30 Bücher gescannt → 8 verkauft → 21,11 € erhalten.  

Die Preise für die einzelnen Bücher lagen zwischen 0,74 € und 7,80 €. Der erzielte Preis ist abhängig von der aktuellen Nachfrage nach dem Buch. So kommt es, dass manche Bücher gar nicht angekauft werden oder nur 0,10 Euro einbringen. Mit meinen etwas über 20 Euro bin ich total zufrieden, da ich wenig Aufwand hatte und so noch ein paar Euro verdienen konnte.

Jene, die du ankaufen lassen willst, packst du in der App einfach in den virtuellen Verkaufskorb. Dann musst du noch deine Adresse eingeben, deine Auszahlmethode wählen und die Bücher versenden. Dazu bekommst du eine Versandmarke. Also: Ganz einfach.

Tipp: Es lohnt sich, die Ankaufpreise von den verschiedenen Anbietern zu vergleichen. Ich habe das getan und hatte einen deutlichen Unterschied. Bei dem anderen Anbieter hätte ich nur knapp die Hälfte bekommen. 

Für acht Bücher habe ich mehr als 20 Euro bekommen. Der Aufwand: eher gering. Vor daher – würde ich wieder machen!

Und was tun mit Büchern ohne Verkaufswert?

Nicht jedes Buch bringt Geld – aber das heißt nicht, dass es im Müll landen muss. Ich unterscheide hier in zwei Kategorien:

1. Bücher mit Inhalt, der noch Freude macht

Verschenken im Freundeskreis, bei Nachbarn oder der Arbeitsstelle

Bücherschränke in der Stadt nutzen

Spenden an soziale Einrichtungen, Schulen, Seniorenheime oder Gefängnisbibliotheken (Vorher anfragen und ganz wichtig: Die Bücher dürfen nicht zu alt sein und sollten in einem guten Zustand sein.)

2. Bücher, die niemand mehr lesen will

Papiermüll – als letzter Ausweg, wenn das Buch wirklich niemand mehr will oder es beschädigt ist

Kreativ verwerten: Bastelprojekte, Collagen, Buchkunst – aus großformatigen Büchern oder Landkarten habe ich schon Geschenkpapier oder Geschenktüten gemacht

Gibt es Bücherschränke auch bei dir? In unserem Stadtteil hat einer sogar ein Kinderfach, das ich gerne nutze: Zum Geben und Nehmen.

Lass los, was du nicht mehr liest

Bücher loszulassen heißt nicht, sie zu entwerten – sondern ihnen eine neue Chance zu geben. Und dir selbst mehr Platz und vielleicht sogar ein bisschen Leichtigkeit.

WEITERLESEN

Volle Speisekammer

Inventur-Kochen: Weniger Lebensmittel­­­-Verschwendung und mehr Ordnung

Der Lebensmittelschrank ist schon wieder viel zu vollgestellt? Und warum ist die Kokosmilch eigentli…

Ein Plädoyer für die Ordnung

Ein Plädoyer für die Ordnung

Es gibt viele gute Gründe, zuhause Ordnung zu schaffen. Denn: Ordnung sieht nicht nur meistens besse…

Spielsachen

Spielzeug ausmisten: Warum der November der beste Monat dafür ist

Kurz vor Beginn der Weihnachtszeit – das ist der beste Zeitpunkt, um Spielsachen auszumisten!